Tempur - Matratzen

Neulich beim Brunchen - Das Thema: Tempurmatratzen

In Stockholm war ich auf Geschäftreise und schlief in einem Hotel, welches mit Tempur- Matratzen ausgestattet waren und ich schlief ganz ordentlich darauf. Ist nun so eine Matratze für mich zu Hause empfehlenswert?“ Fragte mich ein Freund.

Antwort shogazi:
„Zunächst bedeutet dies leider nicht, dass die Matratze von Tempur nun die richtige für dich zu Hause sein muss oder auf welcher Hotelmatratze du künftig auch liegen wirst.
Bedenke dabei:
Geschäftsreisende schlafen zum einen häufig dadurch besser, da sie einen anstrengenden Tag hinter sich hatten, zum anderen achten gute Hotels auf qualitativ hochwertige Matratzen und wechseln diese auch unter einem Jahr Lebensdauer.
Wie alt ist deine Matratze zu Hause?“

„Ich weiß nicht genau schätzungsweise 8-10 Jahre“


„Gut du willst selbstverständlich nicht jedes Jahr eine neue Matratze kaufen umso wichtiger ist es dann, beim Kauf einer neuen im besonderen Maße auf die Qualität zu achten. Doch auch da gilt nach spätestens 10 Jahren die Matratze aus hygienischen Gründen zu wechseln.
Ein weiterer Faktor ist der Lattenrost. Wie steht es denn mit deinem? Wie alt ist er? Hat er nach all den Lastwechseln noch ausreichende Funktionalität?“

„Was spielt der Lattenrost für eine Rolle?“

Einfach ausgedrückt, wenn der Lattenrost durchhängt dann nützt die beste Matratze nichts mehr. Abgesehen davon gibt es in der heutigen Zeit technisch ausgefeilte Unterfederungssysteme, welche sich perfekt zur entsprechenden Matratze ergänzen das führe jetzt aber zu weit das Thema auszuweiten.

„Aber überall hört man von Tempur“, so der Einwand meines Freundes.
Antwort shogazi:
„Zumindest werden diese Matratzen so stark beworben wie keine andere. Großartige Versprechungen über Lösungen bei Rückenleiden liest und hört man. Es wird von einer neuen Schlafdimension gesprochen - das 21. Jahrhundert hat das Glück diese Matratze zu haben etc. Die Amerikaner bewerben Sie als schwedische Matratze und als die einzige von der NASA ausgezeichnete - Amerika das Land ohne Rückenleiden!?
Bei all der Tempur-Hype sieht die Realität leider etwas nüchterner aus.
Folgende Nachteile haben *viskoelastische Matratzen:
Verzögerte Rückstellung in die Ursprungsform
Meist nur einseitig benutzbar
Wärmestau in den entstehenden Kuhlen.
Für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit sehr kritisch.
Bei kalten Schlafzimmern bleibt das Material zäh.
Sehr hochpreisig
Meistens haben die Matratzenhüllen gummiartige Oberflächen mit stark eingeschränkter Feuchtigkeitsregulation. Das heißt man schwitzt gerne in solchen Materialien.“

*viskose: dämpfend

„Danke, für die Auskunft, das hilft mir jetzt weiter.
Vielleicht sollte nachdem ich fast den ganzen Tag sitze auch mal etwas mehr Sport betreiben.“


Antwort shogazi:
„Dann wollen wir doch gleich damit beginnen.“


Volkmar Schoen
shogazi Schlafkultur GmbH München
www.shogazi.de


PS: Welche Matratze passt zu wem? Dies ist abhängig von folgenden Punkten:

Gewicht
Körpergröße
Orthopädische Konstitution
Liegeverhalten
Persönliches Empfinden
Krankheitsvorgeschichte
Bestehender Lattenrost bzw. Unterfederungssystem

7–11 cm viscoelastischer thermoaktiver Schaum plus 7 + x cm *PU-Schaum kann nicht die einzige heilbringende Lösung sein!
Dafür ist das Thema zu komplex und vor allem individuell

*Polyurethan-Weichschaumstoff wird aus Isocyanaten und Polyolen (mehrwertige Alkohole) hergestellt. In einem chemischen Prozeß werden die flüssigen Ausgangsstoffe zu großen Kettenmolekülen verknüpft. Diese chemische Reaktion ist ein Anlagerungsprozeß (Polyaddition), es entstehen keine Nebenprodukte. Durch die Hinzufügung von Wasser bildet sich Kohlendioxid (CO2) als Treibgas, welches das Gemisch aufschäumt und die Zellstruktur des Schaumes ausbildet.

*Polyurethane können unterschiedlichste Eigenschaften aufweisen, abhängig von der Auswahl der Isocyanate, der Polyole und der Zusatzstoffe (Prozessadditive).
Zusatzstoffe wie Amin- und Zinn-Katalysatoren benötigt man um brauchbaren Weichschaumstoffe herzustellen. Es kommen u. a. noch Vernetzer, UV-Stabilisatoren und Antistatika hinzu, auf Bedarf auch Flammschutzmittel und Farbstoffe.
Gefährlich sind die Isocyanate. Isocyanate diese sind hochreaktiv und werden als sehr giftig eingestuft (wie z. B. Toluylendiisocyanat).


Tipp:
Kaufen Sie Matratzen beim Fachhändler.
Der Fachhändler sollte nicht nur ein Schlafsystem oder Matratzenhersteller anbieten, sondern unabhängig sein und verschiedene Marken und Systeme anbieten können.


http://www.shogazi.de/Matratzen/Matratzen